Ein Wochenende in Erfurt/Weimar/
Eisenach(Wartburg)/Gotha



Ich habe an meinen Schuhen noch den Staub, durch den Goethe, Schiller, Liszt und Martin Luther gestapft sind.

Am 29.8.2009 haben wir einen kleinen Wochenendurlaub angetreten, den wir im letzten Jahr geplant und im Mai gebucht haben. Er führte uns nach Erfurt, Wimar, zur Wartburg in Eisenach und nach Gotha.

Leider ist es nicht so wie geplant, denn Jutta hat sich in der Woche vorher den Ischiasnerv verletzt und es ist ihr nicht möglich, mitzukommen.
Ich glaube, es ist das erste Mal seit über 40 Jahren, dass ich privat, außer bei Verwandtenbesuch, ohne Jutta verreise.

Ich bin also allein nach Linsburg und von da fahren wir, Sabine, Günter( ab sofort S&G) und ich zusammen weiter. Da wir nicht die Autobahn bis Kirchheim fahren wollen, fahren wir über Land.

Unser Weg führt über Mühlhausen. Der Navi will uns in die Innenstadt locken, aber das können wir ihm gerade noch ausreden. Dafür nehmen wir dann bei einem Bäcker ein kleines leckeres Frühstück zu uns und finden am Ende unserer Anreise unser Hotel in Erfurt schnell und leicht. Der dazu gehörige Parkplatz versteckt sich etwas besser. Wie eine Schnecke windet sich unser Weg dahin durch die Einbahnstraßen und ist dann plötzlich auf der falschen Straßenseite, wo wir ihn nicht vermuten.



gleich nach Weimar
gleich zur Wartburg
gleich nach Gotha

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Erfurt

HP vom Hotel   HP vom Restaurant

Bilder von unserem Hotel, aus dem Fenster und dem Restaurant Bärenkeller im Keller.




Nachdem wir uns ein wenig von Anreise erholt haben, machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Das Hotel liegt fast am Domplatz und es sind erstaunlich viele Touristen da. Wir sind ja auch welche.

Die Sonne scheint und ich gehe im T-Shirt und habe etwas Langärmeliges dabei. Man weiß ja nie.

Direkt in der Straße ist genug zu genießen. Koreaner, Cafe, Schlachter mit Gastronomie und Kaffeeröster mit Ausschank. Das alles auf 50 m bis zum Domplatz.

Im Sonnenschein erst mal einen Kaffee.



Es werden auch aromatisierte Kaffees und Kakao angeboten. Ich wähle "Kakao extra bitter". Da steht die Bedienung schon wieder am Tisch und meint: "extra bitter" ist aus. Also umschwenken auf Kaffee. "Mexikanisch mit Schoko".

Was ich bekomme sieht aus wie eine Benzinpfütze und schmeckt auch so. Aber die anderen Sorten für S&G schmecken anscheinend, bzw. sie haben das Zeug schon auf.

Weiter geht es in Richtung Altstadt. Stadtrundfahrten mit allen möglichen Gefährten werden angeboten.



Auch per Straßenbahn kann man eine Stadtrundfahrt machen, aber die Bahn fährt uns vor der Nase weg.



Wir sind ja flexibel, darum machen wir einen Ausflug zum Dom. Ist ja auch gleich gegenüber.

Auf den Domstufen allerdings sind Tribünen aufgebaut und eine Theaterbühne nimmt die schöne Sicht.

Auf halben Weg die Stufen hoch machen wir einen Abbieger: wir essen die erste "Thüringer Bratwurst im Brötchen"
Es ist nicht nur Werbung, die Wurst schmeckt wirklich gut.

Quelle: Wikipedia

Aber dann geht es weiter in Dom.

Informationen von Wikipedia zum Dom

hier die eigenen Bilder vom Dom.



Im Dom sind für die Bittgebete Nebenaltäre, vor denen man gegen eine Spende eine Bittkerze anzünden kann.
Das Kontingent für meine Bitten ist schon mit 12 Jahren erschöpft gewesen, aber S&G können noch.

Günter fängt an, eine Kerze für den Lottogewinn am Abend. Die Kerze will und will nicht brennen.
Sabine nimmt ihm die Kerze aus der Hand und sagt: "Für die zukünftigen Enkelkinder".
Fast verbrennt sie sich, so schnell ist die Kerze an.

Was soll uns das sagen?

Anschließend machen wir noch eine ausführliche Wanderung durch die Altstadt. Aufwändig restaurierte Fassaden, aber auch noch Relikte aus 40 Jahren Sozialismus begleiten uns. Es ist eine phantastische Stadt, deren Besuch sich auf jeden Fall lohnt.





Macht Euch mal selbst ein Bild. Bilder von drei Tagen.



Das ZDF macht gerade den Länderspiegel aus Erfurt, wegen der Wahl in Thüringen. Hier ein paar Bilder.

Da sind ein paar Zuschauer, die von Einstellung zu Einstellung mit schleichen, damit sie mit ins Bild kommen.

Nachdem wir platte Füße haben, schleppen wir uns zum Hotel zurück. Kurze Frischmachung und ab geht es in den Keller.
Da ist das Restaurant mit dem Bären im Namen, aber es gehört nicht zum Hotel.

Die Speisekarte bietet Europäisches, aber auch deftige Hausmannskost mit Kartoffelklößen.

Das Rezept für Klöße bei Wikipedia.

Das Essen schmeckt uns ausgezeichnet. 2 x Rouladen mit Klößen, einmal Sauerbraten mit Klößen. Dazu schwarzes Bier oder Hefeweiße. Als Nachtisch ein einheimischer Kräuterschnaps mit dem schönen Namen "Aromatique".

Wir lassen den Tag noch einmal an uns vorüberziehen, haben viel zu erzählen. Dabei fällt uns ein Paar am Nebentisch auf, das den ganzen Abend noch kein Wort miteinander gewechselt hat. Vielleicht schon alles gesagt?

Am nächsten Morgen irritiert uns auf dem Weg zum Frühstück ein leichter Dieselgeruch im Hausflur. Kommt wohl von der ruhigen Baustelle im Erdgeschoss.

Das Frühstück ist nicht übermäßig üppig, aber es ist alles da, was wir benötigen und es schmeckt alles gut und ist frisch. Wird auch immer wieder nachgefüllt, der Frühstücksraum ist bis auf den letzten Platz belegt.


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Weimar

28 km weiter östlich, in Weimar, parken wir ganz edel im Parkhaus am Hotel Dorint. Von da aus sind es nur ein paar Schritte bis zum zentralen Marktplatz am Rathaus. Vorbei kommen wir am Haus, in dem Charlotte vom Stein gewohnt hat, die von dem Goethe.

Nachdem wir uns erst mal einen Überblick über die tollen Hausfassaden verschaffen ist Günter plötzlich weg. Wir finden ihn wieder im Touristenbüro, wo er schon die Karten für eine umwerfende Führung und Fahrt im Nachbau eines 1928er Busses besorgt.



Der Belvedere-Express.

Eine Stadtrundfahrt der besonderen Art. Die einzelnen Stationen wurden begleitet durch eine Multimediaführung durch einen bekannten Schauspieler.

Nicht das Billigste, aber auf jeden Fall sehenswert. Besonders gut gefällt mir der Ausflug nach Belvedere, am Rande von Weimar.

Belvedere bei Wikipedia.

Wie ich heute weiß, heißt Belvedere "schöne Aussicht".


Hier sind die andern Bilder, die wir in Weimar aufnehmen.


Was man auf den Fotos nicht sehen kann ist: alle Statuen von Goethe, Schiller, Bach und wer noch so in Weimar gelebt hat, hat eine Maske mit dem Antlitz von Liszt auf. Auch das Denkmal von Goethe und Schiller wurde ergänzt.

flickr elmada


Anschließend besuchen wir das Goethe-Haus. Für 6 Euro dürfen wir durch ein Haus mit leeren Räumen stiefeln. Nur zwei der Zimmer sind möbliert und zwar das Arbeitszimmer und das Schlafzimmer. Das ist recht enttäuschend und das Geld nicht wert.

Gott sei dank ist direkt gegenüber dem Goethe-Haus ein kleiner Platz, auf dem gerade ein Weinfest stattfindet.

Zu unserer besonderen Freude ist da auch ein Fladenbrotbäcker, der gerade seine Fladenbrote in Arbeit hat.



Einige davon führen wir uns zu Gemüte. Ich verbrenne ich mir noch den Gaumen am heißen Schmand.

Noch ein Besuch beim Stadtschloss und wir sind reif für die Rückfahrt nach Erfurt.

Zum Essen ist es noch zu früh, wir haben auch noch keinen Hunger, wegen der Fladenbrote.

Noch eine Runde durch Erfurts Altstadt. Jetzt wird auch unser Wunsch von gestern erfüllt, Bier auf dem Wasser der Gera.



Günter sieht aus, als hätte er ein Problem. Vielleicht ist das Bier schlecht. Oder ist er müde. Oder überlegt er schon, was er nachher essen wird.

Dann ist es doch soweit und wir suchen den Bärenkeller auf.



Ein paar Kalorien müssen wieder abgelaufen werden. Das tun wir dann auf dem Weg zur Zitadelle und bei deren Umrundung.



Weitere Bilder an der Zitadelle.


Das sagt Wikipedia zur Zitadelle.


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Wartburg

Heute geht es nach Westen. Die Wartburg in Eisenach steht auf dem Plan.



Unsere Bilder von der Wartburg.

Unendliche Stufen müssen wir erklimmen. Wir stolpern an den Leichen der früheren Expeditionen vorbei. Die Rufe nach den Sherpas bleiben ungehört.

Doch dann sind wir oben. Helles Licht erstrahlt. Wir sind wieder mal die Ersten. In ein paar Minuten beginnt die Führung durch die Burg und wie erhaschen noch ein paar Karten.

Die Führung soll schon beginnen, aber es wird noch auf eine Gruppe Touris gewartet, die am Hang verschollen ist.
Als man davon ausgeht, dass alle verhungert oder verdurstet sind, fangen wir ohne sie an.

Eine sehr schnell sprechende Journalistik-Studentin erzählt uns alles Wissenswerte von 1067, als Graf Ludwig der Springer der Legende nach die Wartburg gründete bis heute, wo der Festsaal für vielerlei Veranstaltungen genutzt wird.

Bruder Martin hat nur 10 Monate da gewohnt, wovon er 10 Wochen für seine Bibelübersetzung genutzt hat. Er hat dabei in einem kleinen Kämmerchen gehaust.



Martins Zimmer

Eine Seite mit Infos von der Wartburg.


Etwas ist noch zu bemerken, hat aber nicht direkt mit der Wartburg zu tun.

Nachdem wir die Wartburg-Schau beendet haben, sitzen wir an einem Kiosk und trinken noch etwas. An mehrern Nebentischen sitzt eine Gruppe Jugendlicher, so 17 - 18 Jahre. Als diese Gruppe den Platz verläßt, passiert etwas, womit ich nicht gerechnet habe.
Alle Tische werden sauber abgeräumt, die Stühle wieder rangestellt und von anderen Tischen ausgeliehene Stühle wieder zurückgebracht. Alles wird blitzblank hinterlassen.

Bravo!!

Ich bin so überrascht, dass ich beinahe vergesse, meinen Platz aufzuräumen.


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Gotha

Es liegen uns keine besonderen Informationen über Eisenach vor und auf Nachfrage bei der Führung gab es auch keine besseren Erkenntnisse. Darum haben wir den Rückweg über Gotha geplant.

Der Parkplatz überrascht uns mit 30 Ct. pro Viertelstunde. Das sieht im ersten Moment schlimmer aus als es ist und zum Schluss knöpft uns der Platzwart auch nur 1,50 Euro für 2,5 Stunde ab.

Der erste Eindruck ist etwas enttäuschend, eine Kirche und ein Marktplatz, der überall sein könnte.

Eine Überraschung war dann das Angebot von verschieden Bratwürsten, darunter eine Kartoffelbratwurst.
Die Kartoffelbratwurst ist die, die aussieht wie Leberkäse. Schmeck aber wie Bratwurst und lecker.



Nach der Bratwurst noch ein Eis und dann finden wir auch die ältere Stadt, die schon sehr schön restauriert ist.

Ein besonderes Schmankerl ist eine Reihe von Wasserfällen und Kaskaden, die vor 600 Jahren die Wasserversorgung brachte.



Am Ende unserer Stadtvisite landen wir mal wieder bei Essen&Trinken. Ein kleines Café, in dem es sehr leckeren Kuchen gibt. Günter dieses mal anstatt Wasser einen Eiskaffee.

Als er damit fertig ist, kleckert er mal schnell mit dem Saft aus dem Strohhalm seine und Sabines Hose voll.

Das ist für uns der Startschuss für unsere Abreise. Ich mach noch schnell ein Foto von der Besitzerin/Bedienung, weil sie Ähnlichkeit mit meiner Schwägerin Ina hat.

Hier findet man alle Bilder aus Gotha.

Zurück in Erfurt

Der Bärenkeller hat heute seinen freien Tag.

Wir wandern noch einmal durch die Altstadt von Erfurt und finden ein italienische Restaurant, das uns zum Essen einlädt.

Am Nebentisch testet ein Mafiosi für mehrere Hundert Euro Weine, die der Cheffe, wahrscheinlich auch ein Mafiosi, ihm persönlich in mehreren Kisten ins Haus trägt. (Maffia kann man auch nur mit einem "f" schreiben, also Mafia. Mafia bei Wiki )

Ich bestell mir Bandnudeln mit Geflügelleber. Eine Bandnudel schnellt wie eine Feder von meiner Gabel zurück und bekleckert jetzt mich. Wir sind quitt. Jetzt haben wir alle unsere Flecken.

Der Tag ist vorbei und für morgen steht nur noch "Rückreise" auf dem Plan.

Vor dem frühsten Frühstück des Wochenendes holen Sabine und ich uns noch bei einem nahen Bäcker ein paar Brötchen und Brot, das wir mit nach Hause nehmen wollen.

Es stellt sich raus, dass die Brötchen gerade so gehen, sehr staubig. Dafür ist das Brot wie Gummi und wird an die Hühner von Christine verfüttert, zumindest mein Brot. Dabei sah es so gut aus.

Vor der Abfahrt vermissen S&G noch schnell ihre Sonnenbrillen. Die haben sie gestern in die Tüte mit gekauftem Obst getan, die dann wohl nicht so stabil und gerissen ist. Eine Brille war von D&G, die andere Brille von Timberland. Da darf man sich schon mal ärgern. :-O

Weil wir nicht die Autobahn bevölkern wollen, fahren wir erst mal über die Dörfer. Die Konjunkturprogramme der Regierung haben viel Geld in die Gemeinden und Kreise gespült, dass sich durch jede Menge Straßenbauarbeiten und Umleitungen darstellt.

Nach viel Landschaft und interessanten Straßenführungen landen wir bei Seesen im Harz auf der Autobahn.
Knapp 50 km geht alles gut, dann warten wir 45 Minuten darauf, weiterfahren zu können. Unfall mit einem LKW, seit frühem Morgen. Hätten wir die Möglichkeiten genutzt, die uns dank Smartphone zur Verfügung stehen, Internet und so, hätten wir uns das ersparen können. Jetzt können wir aber zumindest sehen, warum wir stehen.

Etwas verspätet kommen wir gesund und mit vielen Bildern im Kopf wieder nach Hause.

Alles wäre noch ein paar Tacken schöner gewesen, wenn Jutta dabei gewesen wäre.

Nun freuen wir uns schon auf das nächste Jahr, dann geht es in den Norden, nach McPomm.