Nachschlag 2 gebratene Ente


Zuerst mal die Fotos, denn die interessieren mehr als die Texte
die Bilder vom 26.11.2005
Die Bilder erscheinen in einem eigenen Fenster.

Wichtiger Nachtrag zum Zungenragout: Leute, die davon mit nach Hause genommen haben, berichten, dass der leicht bittere Geschmack der verbrannten Zwiebel nach einmaligem Abkühlen nicht mehr zu merken war. Hosianna und Posaunen

Und jezt erzähle ich mal, was so war:

Als ich in die große Küche kam, lag die Ente schon auf dem Tisch. Da musste man erst mal reingreifen und das Gekröse, das noch drin war, rausnehmen. Gottseidank war nicht mehr drin, die gute Ente hatte schon alles hinter sich.
Zwiebeln und Möhren geputzt, die Äpfel für die Füllung geschält und die Kerngehäuse ab. Vielleicht will ja jemand die Enteneinlage essen.
Die Ente wurde noch von innen gesalzen und mit den Äpfen gefüllt. Dazu kamen noch eine Hand voll Rosinen. Oder zwei. Damit die Füllung auch in der Ente bleibt, wird sie mit einer Roulendennadel verschlossen. Sieht aus, als hätte Prof. Brinkmann assistiert, mehr kann er nicht mehr. Man kann auch nähen, dauert nur länger.
Danach verschwand sie im großen Bräter, die Ente. Zur Gesellschaft erhielt sie noch die Zwielbeln und die Möhren.

Ab in den Ofen, in zwei Stunden wird nachgesehen, ob sie noch da ist.

Da wir genug Personal hatten, wurde die Restarbeit folgendermassen aufgeteilt:
Trupp 1, zu dem ich gehöre, macht eine schöne Hochzeitssuppe. Anschließend wird dann noch eine Weinschaumcreme hergestellt.

Trupp 2 macht auch noch eine Hochzeitssuppe, da Bedarf beim Lernen war.

Trupp 3 macht sich über zwei verschiedene Rotkohlzubereitungen her, mal mit weniger und mehr Gewürzen. Zusätzlich machen sie noch ein Blech mit Blechkartoffeln und die Chefin hat sogenannte Drillingskartoffeln mitgebracht. Das sind ganz kleine Kartoffeln, die ganz aufwändig geschält werden müssen, weil sie so klein sind. Entweder gehen sie durch ein Dreier-Sieb, oder sie sind so klein wie Drillinge. Habe die Herkunft des Namens nicht richtig ermitteln können.

Wir fangen also damit an, die Brühe für zwei Abteilungen Hochzeitssuppe zu kochen. Nachdem die auf dem Herd steht, beginnen wir mit den Fleischklößchen, die da unbedingt rein gehören. Wir haben sie, weil sie noch in die Brühe kommen, etwas fester gemacht, also weniger Lockermacher, wie Paniermehl und Brötchen. Als wir sie anbraten wollten, wurden wir gestoppt. Heute mal nur gekocht.
Und weil beim Kochen die Brühe trübe wird, haben wir einen Extratopf mit gesalzenem Wasser aufgesetzt. Als das Wasser kochte, haben wir die Klößchen reingegeben und sie wieder rausgenommen, als sie oben schwammen, denn dann sind sie gar.

Natürlich haben wir nicht nur beim Kochen zugesehen, sondern sind gleichzeitig daran gegangen, den Eierstich herzustellen.
Dabei gab es noch einen Hinweis zur Herstellung im Brat(Curry)wurstdarm: pro Ei 20 cm, dann das eine Ende offen lassen, damit der Ausdehnungs-Druck beim Stocken entweichen kann und der Darm nicht platzt.

Nachdem die Brühe fertig war, haben wir sie in zwei Portionen aufgeteilt und eine Hälfte ging an Trupp 2, der sich weiter damit beschäftigte.

Wir haben unterdessen die gekochten Klößchen und die geschnittenen Eierstichscheiben zusammen mit Spargelstücken aus dem Glas in die Brühe gegeben und lecker abgeschmeckt.
Wir waren begeistert.

Anschließend haben wir die Weinschaumcreme gestaltet. Wegen der Aktion "Rauch- und Alkoholfreie Schule" wurde sie mit Apfelsaft anstatt Wein gemacht. Geschmeckt hat sie trotzdem.

Weil noch Zeit war, haben wir uns dann überlegt, noch eine weitere Nachspeise zu kochen. Das Einfachste und mit den vorhandenen Mitteln zu machen war Karamelflameri.
Das ist uns auch perfekt gelungen und hat bei der Herstellung wunderbar gerochen.


Jetzt habe ich ganz vergessen, zu erwähnen, dass nach einer Stunde Bratzeit die Ente zur Besichtigung mal wieder aus dem Backofen genommen wurde. Sie hatte schon schön Farbe bekommen und auch eine ganze Menge Fett verloren, das wir dann aber abgeschöpft haben, so viel Fett mag keiner mehr.

Nach einer weiteren Stunde wurde sie dann ganz aus ihrem Brätergefängnis befreit, aber nur, um sie in Stücke zu schneiden. Das nennt man dann tranchieren. Damit später auch jeder etwas abbekommt.

Aus dem Bratensaft wurde dann noch nach dem Entenrezept eine schöne Sauce erstellt. Durch die Obstfüllung hatte der Font einen wunderbaren Grundgeschmack, der sich auf die Sauce übertrug. Die Eingeweihten wissen, warum nur noch ein Teil davon auf den Tisch kam. Nichtwahr Chefin?

Eine andere Darstellung einer gelungenen Gans findet man wieder mal bei Chefkoch.

Den Abschluss unseres Kochkursnachschlags bildete dann wieder die Präsentation der erstellten leckeren Gerichte und auch das Vertilgen derselben.

Es war wieder sehr schmackhaft und ausreichend für uns alle, zumal wir uns ja auch noch mit den Nachspeisen die Falten im Bauch von innen herausdrücken mussten.

Wenn alles gut geht, gibt es vielleicht im nächsten Jahr einen Kurs, in dem ich backen lernen kann.

Tschüß Frau Schulz (Chefin), Frau Wellmann und Mitkocher. Hat Spaß gemacht mit Euch.

zurück