Rezeptsammlung rezepte - Rezept-Nr. 21

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Bulgur

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Zubereitung

Zum Glueck gibt es den Tuerken an der Ecke. Obst und Gemuese sind dort meist besser und vielfaeltiger als im Supermarkt. Aber was ist mit all den seltsamen Getreidesorten, Huelsenfruechten und Gewuerzen, die es dort ebenfalls zu kaufen gibt - und wie bereitet man sie zu?
 
Bulgur, unumwunden geben wir es zu, das Wort kommt gar nicht gut. Bulgur klingt, als wuerde einem fuerchterlich schlecht, der sich jetzt mal ganz schnell - schon zu spaet entschuldigung BULGUR.
 
Jetzt zum Guten: Bulgur ist so ziemlich das beste Grundnahrungsmittel, das ein Feierabendkoch in eiligen Zeiten in die Finger bekommen kann. Getreidig im Geschmack und angenehm knurpselig im Biss, ist er geradezu unverschaemt einfach zuzubereiten. Der Garvorgang gleicht dem der Fuenf-Minuten-Terrine, nur dass er nicht fuenf, sondern grob 20 Minuten dauert. Dafuer kann man die Fuenf-Minuten-Terrine an die naechste Studenten-WG verschenken, waehrend sich aus Bulgur mit wenigen weiteren Handgriffen etwas Leckeres zaubern laesst, von dem dazu noch bekannt ist, was es enthaelt.
 
Aber was ist Bulgur, und warum ist er so gut? Bulgur ist geschroteter Hartweizen, der bei der Herstellung schon einmal dampfgegart und danach gedoerrt wurde. Er ist also schon fast fertig, wenn wir ihn beim Tuerken kaufen. Wir brauchen ihn nur noch in einer flachen Schale knapp mit heisser Bruehe zu uebergiessen und mit Folie abgedeckt in die Ecke zu stellen. Der trockene Bulgur zieht sich die Bruehe rein wie ein Trinker seinen Wein. Man kann Bulgur auch in mehr Fluessigkeit und laenger quellen lassen. Dann muss man ihn nur gut ausdruecken - Bulgur ist ein Kumpel und nimmt nichts uebel. Damit ist er noch einfacher zuzubereiten als Reis, den man beim Kochen ueberwachen, oder Kartoffeln, die man vor dem Garen erst schaelen muss.
 
Drei Essloeffel Bulgur pro Esser sind voellig ausreichend. Unter dem Einfluss der Bruehe quillt Bulgur um das Zwei- bis Dreifache. Wer nicht staendig die Nachbarn zum Essen einladen will, muss seinen Instinkt jedesmal neu bekaempfen, der zu immer noch einem Loeffel mehr raten moechte.
 
Waehrend der Bulgur quillt, schneiden wir eine Zwiebel in feine Wuerfel und braten sie in etwas Olivenoel an, dann werfen wir etwas fein gehackten Ingwer und Knoblauch dazu. Eine Moehre muss auch dran glauben und in feine Stifte zerlegt werden, bevor sie in die Pfanne kommt. Es folgen eine kleine Hand voll heller Rosinen und etwas grob gewuerfelte Haehnchenbrust vom Vortag - oder auch Lyoner. Wenn das alles gar ist, lockern wir den Bulgur mit einer Gabel auf, schuetten ihn zu seinen Gefaehrten in die Pfanne und wuerzen mit Salz, frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und etwas gemoersertem Kardamom. Fertig ist das Abendessen.
 
Gesundheitsbewussten schmeckt Bulgur noch besser, wenn sie wissen, dass er den Weizenkeim noch enthaelt und darum reich an B-Vitaminen und Eisen ist. Auch hat er reichlich Ballaststoffe - mehr als doppelt so viel wie das ihm nahe verwandte Couscous.
 
Bulgur gibt es grob, mittel und fein geschrotet. Er tarnt sich auch als Bulgor, Boulgur, Burgul, Brughoul und Burghoul. Man findet ihn beim Tuerken - im selben Regal wie Reis, Linsen und Bohnen.

Quelle

Magazin STERN

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generiert am 03.03.2006 von / created on 03/03/2006 by / RezkonvSuite v0.98 => www.rezkonv.de