Dat kleine Urlaub im Harz.

Am 28.12.2007 ging es zu einem Kurzurlaub über den Jahreswechsel in den Harz. Nach 1,5 Stunden hatten wir die längste Strecke hinter uns und nur noch gut 40 km auf der Landstraße zu fahren. Doch dafür benötigten wir noch fast eine Stunde. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fuhren wir in ein mittelalterliches Städtchen ein, das auf den Namen Stolberg/Harz hört. Häuser, die mehr als 500 Jahre auf dem Buckel haben, sind hier zu finden.

Am nordwestlichen Ende liegt das Chalet Waldfrieden, das eine lange Vergangenheit hat.

HotelDas Hotel in eigener Sache

*ironie an*

Am Empfang empfängt uns fast die gesamte Mannschaft und bringt uns in die erste Etage, führt uns durch die mit hunderten von Büchern gefüllte Bibliothek zu unserer Suite. Kaum dort angekommen wird auch schon das Auto ausgeladen und viele dienstbare Geister tragen die schweren Koffer ins Ankleidezimmer.

Der Kühlschrank ist bereits übervoll und wir müssen mit den mitgebrachten Getränken die ausgelagerte Kühltruhe bemühen.



Inzwischen sind auch unsere lieben Freunde von ihrem kurzen Ausritt in die umgebenden Wälder zurückgekommen und machen uns die Aufwartung. Glücklich, uns alle wieder vereint zu sehen, liegen wir uns mit Tränen in den Augen in den Armen. Küsschen hier und Küsschen da. Das ist Freundschaft.

Nach einem kleinen Begrüßungsgetränk aus argentinischen Rinderhörnern wollen wir das abendliche Dinner zu uns nehmen.

Erschlagen von der Fülle des Angebots überlassen wir es dem Chefkoch, uns mit den Köstlichkeiten des Harzes zu überraschen.

Und hier ist das Ergebnis.

*
Buffet des crudité
Soupe à l'oignon
Rôti de viande hachée avec pomme de terre et salsifis
Semoule aux cerise
*

Die anderen Gerichte sind im Anhang nachzulesen.

Nach ein paar Getränken, bestehend aus "Hopfenkaltschale dunkel" oder Eau mineral und dem Verdauungsunterstützer der Nachbarschaft namens "Nordhausen" geruhten wir zu ruhen.

Der Tiefschlaf in dicken, flauschen Betten ließ uns erst zur Frühstückszeit wieder los. Die dicken Federkissen drückten allerdings so sehr auf die Ohren, dass wir gemeinsam beschlossen, dem durch den Zukauf von einfachen Kopfkissen Abhilfe zu schaffen.

Nachdem Günter von seinem Früh-Ausritt mit dem Bluthund zurück kam, gesellten wir uns zu den anderen Gästen, ein opulentes Frühstück zu uns zu nehmen.

Aufgrund der hohen Cholesterinspiegel allerseits ordneten wir in der Küche an: "Rührei nur an Sonn- und Feiertagen".

Damit die über uns hereinbrechende Schluderei ein Ende habe, limitierten wir die Zeit der Morgeneinnahme von 8:00 bis 10:00.

Das Frühstücksbuffet gab alles her, was Aldi und Lidl zu bieten hat. Evtl. noch Netto.

Der Kaffee schmeckte vorzüglich nach strenger Bohne und ließ Kindheitserinnerungen an Entbehrungen aufkommen.

Ab sofort nur noch Tee aus der provinience Assam.

Ansonsten waren wir mit dem untertänigen Gesinde zufrieden. Die Chefin war unermüdlich dabei Gäste in Empfang zu nehmen und durchs Haus zu führen aber der Herr des Hauses war ein wenig maulfaul und redete wenig. (Man nannte ihn "der Stummen")

Für die Raucher unter den Gästen hatte man eine gemütlich anheimelnde "Raucherinsel" eingerichtet, in der sich zu jeder Tages- und Nachtzeit fröhliche Gespräche entwickelten.

*ironie aus*



Während des samstäglichen Frühstücks kam ein Wunder der neuen Technik zum Tragen. Günter hat vom Frühstückstisch aus die Standheizung seines Autos eingeschaltet, so dass wir mit einem aufgetauten und angewärmten Fahrzeug die gewundenen Wege zurück bis zur ausgebauten B6 und darauf bis nach

Wernigerode

fahren konnten. Hundi schlief derweil im Kofferraum.
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Die Damen fielen, weil samstags die Geschäfte auf sind, in einen leichten Kaufrausch, der aber schnell wieder einbrach.
Für alle gab es nach einem leckeren Kaffee, auf den wir uns alle gefreut hatten, Glühwein und "Thüringer Bratwurst" im Brötchen.
Es waren im Harz immer Brötchen und nicht die gewohnten, künstlerisch geschnitzten Toastbrotviertel.
Einmal hatte ich sogar das beste, frischgebackene Baguette, das ich jemals zu einer Bratwurst bekommen habe.

Nach einem Rundgang durch die schöne Altstadt und am Fachwerk-Rathaus vorbei begaben wir uns wieder auf den Heimweg, unterbrochen durch den Kauf von 4 Kopfkissen in einem Supermarkt.

Nach dem Abendessen redeten und tranken wir uns müde. Mit der Erwartung eines erfrischenden Schlafes beendeten wir den Tag.

Gestärkt durch das Frühstück machten wir uns wieder auf den Weg, ein neu ausgemachtes Ziel zu besuchen.
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Quedlinburg

ist eine wirklich sehenswerte Stadt. Fachwerk, wohin man auch schaut. Über 1000 Jahre alte Häuser sind vorhanden. Über allem trohnt die alte Burg, von deren Mauern der Blick weit über Land und Ort schweift. Die geschachtelten, rot gedeckten Dächer sind zum größten Teil wieder erneuert und auch die Fassaden im Kern der Stadt laden zum Staunen ein. Dazu ist die Stadt wieder gepflastert mit Lokalen und Cafes, die mit ihren doch sehr moderaten Preisen zum Verweilen einladen.
Trotzdem fanden wir, als wie auch mal wieder was zu uns nehmen wollten, keinen einzigen Platz mehr für unsere müden Füße und den müden Hund, der sich auch mal wieder etwas Ruhe verdient hatte.
Da Sonntag war, kein Kaufrausch.
Auf dem Rückweg zu unserem Quartier fanden wir aber noch ein sehr schön gelegenen Restaurant und Hotel, das auf den ersten Blick noch etwas vom Charme der DDR hat, aber durch freundliches Personal und leckerem Kaffee und Kuchen unser Herz gewann. Vielleicht sieht man es noch einmal wieder.
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Die Rituale am Abend sind die Gleichen, wie am Abend zuvor. Noch einmal den Fernseher durchgezapt und "gut is".

Der Montag freute sich darauf, uns nach der Sättigung am Frühstückstisch und der Vorheizung des Fahrzeuges nach

Nordhausen

zu bringen.
Auf dem Weg dahin kamen wir durch Rotleberode.

Da gibt es eine Gipskarsthöhle namens Heimkehle.
Heinkehleklicken Leider war an diesem Tag außer uns niemand da, so dass wir ohne Besichtigung weiterfahren mussten.
Nordhausen gibt nicht so viel Sehenswertes her, wie die beiden vorherigen Tagesziele.
Ich kannte Nordhausen in erster Linie als "Klarer".
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Nach einer Besichtigung der kleinen Altstadt und des Besuchs eines Eiscafes sind wir wieder zurück.
Die Fahrt nach und von Nordhausen bot uns alles an Wettererscheinungen, die in dieser Zeit möglich sind. Von Sonne über Regen und Schnee war alles vorhanden. Man wusste nie, was einen hinter der nächsten Kurve oder Kuppe erwartete.

Weil es noch zu früh zum Essen war, nahmen wir uns noch einen Spaziergang durch Stolberg vor, der aber nach sehr kurzer Zeit wieder abgebrochen wurde. Wir hatten unsere Schlittschuhe nicht dabei und auf dem plötzlichen Eis auf der Strasse war ein gefahrloses Gehen nicht mehr möglich. Darum haben wir eine kurze Innensicht bei laufendem Fernseher vorgenommen.

Dann mussten wir uns auf die abendlichen Festivitäten vorbereiten, denn es war Silvester.
Geschminkt und aufgebrezelt standen wir um 19 Uhr an der Rezeption und nahmen unser Abendbegrüßungsgetränk in empfang. Es gab Sherry, trocken oder süß. Grrrrrrr.

Anschließend durften wir am wirklich schönen Buffet vorbei und Beifall klatschen.

Der DJ Rübezahl übergab dem Hausherrn das Mikrofon. Dieser hielt eine Rede, die wir Gott sei Dank nicht richtig hören konnten.

Was wir aber mitbekamen, war die Eröffnung des Buffets.
Nix wie hin, bevor es ganz zermanscht ist.

Es war genug für alle da, auch wenn man bis zu x-mal hinging.

Papensatt tranken wir uns mit diversen Getränken bis zur Mitternacht.
Selbstverständlich wurde auch geschunkelt, aber es hielt sich im Rahmen.
Zwischendurch tanzten wir mit fröhlichen Gesichtern zu den altbekannten Weisen wie: "Das Leben ist eine Wundertüte" von den Flippers und so weiter.
Als mein Wunschtitel "Du hast den Farbfilm vergessen" von Nina Hagen kam, flohen alle von der Tanzfläche, dass ich mit Jutta allein das Stück durchstehen musste.

Wir haben das neue Jahr glücklich und unverletzt begrüßen können.

Als sich leichte Schwächen einstellten, haben wir den Abend mit einem Lächeln auf den Lippen abgeschlossen.

Der Neujahrstag kam daher mit eisiger Kälte. Um den Kopf wieder richtig klar zu bekommen (wovon eigentlich), machten wir einen Spaziergang zur Burg der Grafen zu Stolberg von 1210. So alt wie sie ist sieht sie auch aus und muss dringend renoviert werden. Wegen des zur Verfügung stehenden Geldes wird es wohl noch ein paar Jahre dauern.

Der Rückweg war wieder durch die malerische Perle des Südharzes. Der Kopf war klar, der Blick geradeaus.
Mit dem Auto ein Stück gefahren um dann den Weg hinauf zum Josephskreuz aus dem 18. Jahrhundert. Die 1896 neu errichtete 123 Tonnen schwere Eisenkonstruktion steht in fast 600 m Höhe.
Die lustvolle Wanderung mit dem Hund durch den Schnee endete mit Tee, Schokolade und auch einer Erbsensuppe mit Würstchen.
Danach haben wir auf den Aufstieg der 200 Stufen zur Kreuzspitze verzichtet.
Der Abstieg war beschwerlicher als der Aufstieg und wurde von Schneemannrollen der Damen unterbrochen.

Endlich zurück konnten wir den versäumten Schlaf der vergangenen Nacht nachholen. Aber zum Abendbrot waren alle wieder an Bord.

Hier noch eine kleine Episode, die zeigt, wie viel gefeiert und getrunken wurde:

Am Nebentisch: "Darf ich Ihnen noch etwas bringen?", "Ja, wir hätten gerne diesen Rotwein hier."

Tap, tap, tap. Die Bedienung geht an die Bar.
Tap, tap, tap. Die Bedienung kommt zurück.

"Der Rote ist leider aus."
"Dann hätten wir gerne diesen hier."
Tap, tap, tap. Die Bedienung geht an die Bar.
Tap, tap, tap. Die Bedienung kommt zurück.
"Der ist leider auch aus, aber ich hätte noch zwei Flaschen blauen Portugiesen."
"Ja , dann nehmen wir den."

Nach dem Essen: "Wir hätten gerne noch 4 Malteser."
"Malteser ist alle."
"Dann danke.", "Bitte."

Ende der Beobachtung.

Jetzt sehnten wir uns alle wieder nach den eigenen Betten und noch vor dem letzten Frühstück wurde das Auto frei gekratzt und der Koffer schon einmal verladen.

Nach frischen Brötchen und noch einem Stück Käse vom Silvesterbuffet fand das Auto fast von selbst den Weg zurück in den heimatlichen Stall.

Ein sehr schöner Jahreswechsel ist zu Ende.

Ein besonderer Dank gilt den Mitwirkenden Sabine, Günter, Jutta und Wolfgang.

Und über allem hängt die bange Frage: "Wird denn der 104-jährige mit den zwei gebrochen Rippen wirklich einmal wieder für uns singen?"




Die Menüs der Woche

Noch einmal alles in der Sprache, in der wir zuhause sind:

Gegessen wird, was auf den Tisch kommt.

Es hat wirklich gut geschmeckt, aber es gab keine Alternativangebote. Nach Aussage der Bedienung gäbe es noch Nudeln mit Tomatensoße. Schluss, aus.

Aber hier die Übersicht:

Immer war ein wirklich gutes Salatbuffet mit leckeren Dressings vorhanden.

Danach gab es jeweils eine Vorsuppe.

Zwiebelsuppe mit Croutons, Kartoffelsuppe, Gemüsesuppe, Kräutercreme, Gemüsebrühe mit Juliennes, jeweils nach Art des Hauses. Gut gewürzt und lecker.


Anschließend das Hauptgericht, fertig essbar auf dem Teller.

Kartoffeln, Hackbraten und Schwarzwurzeln.
Das hatte ich lange nicht mehr gegessen.

Klöße, Gulasch und Rotkohl. Alles lecker abgeschmeckt.

Kroketten, Roulade und Rotkohl. Mag ich alles.

Kartoffeln, Schweinebraten mit Erbsen und Möhrchen. Letztere habe ich an Jutta weitergeleitet.

Es folgte ein Nachtisch:

Griesbrei mit alkoholisierten Kirschen.
Eis vom Fürsten Pückler.
Pfirsichkompott.
Kartoffelpuffer mit Apfelmus. Ungewöhnlich als Nachtisch.

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