Urnenfeldstraße

Eine der Straßen in der Nachbarschaft war die Urnenfeldstraße. In dieser Straße hatte unter anderem auch unser Hausarzt Dr. Beisenherz seine Praxis.
In diesem Haus wohnten in einer ganz kleinen Wohnung Gerda und Herbert Lechtenböhmer.
Als Kind hat uns immer interessiert, wer wohl in dem kleinen Eckbau wohnte, sicher niemand.

Dafür kenn ich heute den Radfahrer.
Mit auf dem Gelände des Lyzeums (Mädchenoberschule, damals noch getrennt) war neben dem Schulhof damals in diesem Haus ein Kindergarten und Kinderhort. Wenn ich mich recht entsinne, ging dort hin mein Bruder morgens mit seiner Brottasche. Ich glaube aber nicht, dass er immer dort ankam.
Ich bin damals eine Zeitlang mit Schulfreunden dort hin zum Kinderhort gegangen. Angemeldet waren wir auf jeden Fall nicht, wir waren immer zur Probe.

Heute scheint immer noch ein Kindergarten im Haus zu sein.
Das Lyzeum von der Rückseite und der Schulhof.
Als der Parkplatz am neuen Rathaus gebaut wurde, konnte sich niemand vorstellen, dass dieser jemals voll geparkt sein würde.
Ein Nebeneingang ins Rathaus. Dort war der Fahrkartenverkauf der Straßenbahn und auch die Personalräume der Straßenbahnführer und -Schaffner. Als Kinder holten wir uns die abgerissenen Fahrkartenblockreste zum Spielen. Viele unserer Spielgeräte waren aus Resten von Irgendwas.
Und noch einmal um die Ecke gesehen auf den Haupteingang des Rathauses. Dort ging mein Onkel Jupp (Josef) zur Arbeit ins Standesamt.
Ein Blick aufs Rathaus an der Käseglocke vorbei.
Hier die Käseglocke in voller Schönheit.
Am Ende der Urnenfeldstraße war auch die Landeszentralbank, wenn da Geld transportiert wurde, immer schön mit Bewaffnung.
An dem Gebäude war wohl auch die erste nackte Frau, die wir so gesehen haben, leider ziemlich weit weg.
Doch dann kam auch schon im Park zwischen Bushahnhof und Himmelfahrtskirche die andere nackte Schönheit. In der Anfangszeit wurde sie öfter mal des Nachts mit BH versorgt.
Im Park vor der Himmelfahrtskirche. Richtig heißt sie ja wohl "Sankt Maria Himmelfahrt".
Aus dem Turm haben wir 30 m nach unten pinkeln können. Zwischen dem 8. und 12. Lebensjahr waren wir mit der Kirche ziemlich durch Jugendgruppen und Schulkameraden verbunden.

Während des Neubaus der Kirche mit angeschlossenem Kloster haben wir in der Baustelle einen wunderbaren Spielplatz gefunden. Besonders schön war es, als der große Kellersaal von Regenfällen geflutet war.
Hier sind ein paar Bilder aus der Bauphase, die die Gemeinde eingestellt hat.

Auf einem freien Feld neben dem Neubau war der Erdaushub in hohen Bergen gelagert. Mit den Erdklumpen haben wir uns viele Schlachten untereinander geliefert, wobei die Hügel uns gute Deckung boten.
Von der Kirche der Blick in Richtung Busbahnhof.

Auf diesem Gelände war der Vulkanisierbetrieb "Reifen Zappe" mit riesigen Bergen von Autoreifen und gleich dahinter trieb die Marter- oder Markterbande ihr Unwesen. Damals glaubten wir, dass sie Kinder umbringen, dabei waren sie nur ein paar Jahre älter als wir und hatten das Buschgelände für sich gesichert, mit Wohnhöhlen und Baumhäusern.

Kurz vor dem Busbahnhof, da wo jetzt die Nackte Jungfrau im Park sitzt, war ein Löschteich in der Form einer Hallenradrennbahn. Vollgeworfen mit Gerümpel nicht mehr brauchbar, aber die schrägen Wände des Teiches luden zu Radfahrten wie beim Sechstagerennen ein, das es aber sicher noch nicht gab.