Emil-Zimmermann-Heim im Stadtwald.
Mittwochs um 15 Uhr wurde dort vom Jugendamt ein Film vorgeführt. Der Weg dahin war für uns eine gefährliche Angelegenheit. Man musste an der August-Wibbel-Straße vorbei, wo aus unserer damaligen Sicht die Jungs wohnten, die uns ans Leder wollten. Gefährlich wurde es auch noch mal, wenn wir in einer langen Schlange auf die Vorführerin warteten. Man versuchte, sich in sicheren Gruppen aufzuhalten.

Niemand wusste, welcher Film gezeigt wurde. Auch wenn man die Dame im weißen Kittel, die den Projektor und die Filmrollen ins Haus trug, fragte, bekam man keine Antwort. Vielleicht war sie strafversetzt, denn sie war immer schlecht gelaunt.

An eine Begebenheit kann ich mich noch genau erinnern. Nicht mehr an den Film. Der war eigentlich unwichtig, aber nach einem Bad in einem Bergsee (vielleicht doch der Film mit Geißenpeter) kam ein Mädchen nackt aus dem Wasser. Bevor wir aber auch nur eine Ahnung von einem weiblichen Körper bekamen, wurden die interessanten Stellen durch einen breiten Daumen auf der Projektorlinse abgedeckt. Auch der zweite Versuch mit dem gleiche Film brachte keine neuen Erkenntnisse.

Die Filme waren noch in Schwarz-Weiß, allerdings oft schon mit Ton.


Erst die Bilder aus alter Zeit.

wie man sieht, es hat sich nicht wirklich viel geändert.

Hinter den blauen Blendläden ist heute ein Waldorf-Kindergarten.